Atemtherapie in der letzten Lebensphase

Christine Meyne arbeitet seit 2007 als Atemtherapeutin auf der Palliativstation der Poliklinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikum München Großhadern. Sie arbeitet als Atemtherapeutin bei der Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung München, SAPV München mit und ist Hospizbegleiterin bei dem ambulanten Hospizdienst Da-Sein e.V.: www.hospiz-da-sein.de
Außerdem ist sie Mitglied im Arbeitskreises Palliative Atemtherapie München.

Palliative Atemtherapie kann dann, wenn keine Heilung mehr möglich ist lindernd und wohltuend helfen auch diese letzte Lebensphase mit einem innerlichen “Ja” anzunehmen und zu leben.

Workshop Palliative Atembehandlung

Vom 23. – 25. Oktober 2020
Ein Angebot für alle, die sich auf diesem Gebiet fortbilden möchten, entweder, weil sie im privaten Bereich jemanden pflegen und begleiten oder weil sie beruflich in diesem Bereich arbeiten.

Zwei starke Engel führen Oma Jutta in den Himmel. Gemalt von ihrer fünfjährigen Enkelin Jesica kurz vor dem Tod ihrer Oma.

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Über das Sterben

Eine Buchempfehlung: Borasio, Gian Domenico: Über das Sterben. C.H. Beck München 2011, 4. Aufl. 2012

Dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten

Rabe im Flug

Lachen und Weinen und die
unmögliche Wahl haben
und nichts ganz recht tun
und nichts ganz verkehrt
und vielleicht alles verlieren.
Doch mit Ja und Nein und für immer vorbei
nicht müde werden,
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
(Hilde Domin)

... dass das Herz wieder atmen kann.

Bis an die Schwelle begleiten

Bis an die Schwelle zum Tod mit gehen zu können, das ist ganz wichtig in der Atemtherapie in der Palliativarbeit, und dass die Menschen, die belgeitet werden, das auch wissen und spüren. Auch im Sterben sind sie nicht alleine gelassen.
Jeder Tod ist anders und niemand kann das vorher wissen, wie es sein wird.

Einblicke in die Palliative Atembehandlung

Als Atemtherapeutin im Palliativbereich arbeite ich mit schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen im Feld von Atemnot, Verwirrung, Schmerz, Angst, Verzweiflung, Trauer, manchmal auch Wut. Es geht um Abschied und Los-lassen, Geschehen-lassen. Aber auch um Hingabe, Vertrauen, Mut. Um Annehmen und um tiefstes Wachstum im geistig-seelisch-spirituellen Sinne.
Das, was die Palliative Atemtherapie im Kern ausmacht, ist kaum in Worte zu fassen. Denn es findet in der Stille der tiefen, h'ufig eher unbewussten Begegnung statt. In einem wort- und manchmal auch denkfreien, 'gedankenlosen' Raum der Tiefe auf dem Boden des gemeinsam Menschlichen.
Der folgende Artikel, der in der Zeitschrift des Berufsverbandes Atem (BVA) erschienen ist, kann Ihnen einige Einblicke ermöglichen.